| Daniel Messelken |

 

Promotionsarbeit

Meine Dissertation in Philosophie mit dem Titel "Gerechte Gewalt? Zum Begriff interpersonaler Gewalt und ihrer moralischen Bewertung" habe ich im März 2010 an der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der Universität Leipzig eingereicht und Ende November mit der Gesamtnote summa cum laude verteidigt.

Die Arbeit wird Anfang 2012 im mentis Verlag publiziert.

Kurze Beschreibung der Arbeit:

Die Dissertation will einen Beitrag zur Klärung der Frage nach der Legitimität von Gewalt leisten. Aus methodischen Gründen wird das Anwendungsgebiet in der Arbeit auf Fälle interpersonaler Gewalt eingeschränkt: wenn also eine Person Gewalt gegenüber einer anderen Person ausübt.
Was heißt es aber, dass eine Person Gewalt gegenüber einer anderen Person ausübt. Genau das ist das Thema des ersten Hauptteils der Arbeit, in dem der Begriff interpersonaler Gewalt geklärt werden soll. Dazu wird die bisherige Forschung der analytischen Philosophie und einiger anderer Disziplinen herangezogen und anschließend ein eigener Ansatz zur Definition interpersonaler Gewalt vorgestellt.
Im zweiten Hauptteil der Arbeit wird dann die Frage der eventuellen Legitimität derartiger interpersonaler Gewaltanwendung thematisiert. Ziel ist es, anhand einer Art Analogie zu den Ideen der Tradition des gerechten Krieges, einen Kriterienkatalog aufzustellen, der die Bedingungen legitimer interpersonaler Gewalt klärt.
Die Arbeit versteht sich daher als eine Weiterentwicklung der klassischen Lehre vom gerechten Krieg. Einerseits ist sie jedoch spezifischer als diese, denn es geht in meiner Dissertation um interpersonale Gewalt und nicht um Fälle kollektiver Gewalt (Krieg, Terrorismus etc). Andererseits ist der Ansatz in der Arbeit aber auch ein allgemeinerer, da die Frage nicht nach einem Spezialfall von Gewalt (Krieg) gestellt wird, sondern ein allgemeiner Ansatz zur Definition von Gewalt erarbeitet werden soll, der verschiedene Ausprägungen und Aspekte von Gewalt erfassen werden kann.
 

Ermöglicht wurde mir die Arbeit an der Promotion durch ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes und Stellen an den Universitäten Leipzig und Zürich.